Mittwoch, 11. Oktober 2017

Baskische Küste - spektakuläre Landschaften


9. Etappe:  Lekeitio  -  Bakio  =  64 km

Heute war wohl der wärmste Tag. Das Termometer zeigte 24 und mehr Grad. So kam man heute in den Steigungen des Baskenlandes so richtig ins Schwitzen. Und von diesen Steigungen hatte es einige. Gleich nach dem Start in Lekeitio ging es zum ersten Mal bergauf. Die Strapazen wurden aber immer wieder mit einer tollen Aussicht und spektakulärer Landschaft wieder wettgemacht. In der Ortschaft Elantxobe war die Steigung im Dorf so steil, dass sogar schieben fast unmöglich war. Dafür folgte anschliessend wieder eine tolle Abfahrt, wo man es so richtig flitzen lassen konnte.

Erstes Ziel des Tages war die Ortschaft Bermeo. Wie ich bereits gestern auf der Karte festgestellt habe, stimmt mein Track auf dem GPS-Gerät wohl nicht ganz. Er nahm eine Abkürzung durch ein Naturschutzgebiet. Ob hier wohl eine Fähre fährt... Dem war nicht so und so musste ich einen Umweg von ca. 12 km fahren, damit ich nach Bermeo fahren konnte. Es war aber ein sehr schöner Teil. In Bermeo stärkte ich mich wieder mit Tapas für den letzten Teil meiner Etappe.

Nun folgte nochmals eine längere Steigung um den Alto del Sollupe bevor ein weiterer Höhepunkt meiner Radtour folgte. Ein Besuch der Insel Gaztelugatxe stand auf dem Programm. Schon bald musste ich mein Fahrrad stehen lassen und die restlichen 1,5 km zu Fuss absoliveren. Es ging über einen steilen Wanderweg ans Meer. Auf der Insel Gaztelugatxe ist eine ehemalige Einsiedlerei. Um zu der Einsiedelei zu gelangen, muss man, nachdem man die heute dammartig unterbaute Brücke überquert hat, 237 Stufen einer in den Fels gehauenen Treppe hinaufsteigen. Die Felsinsel wird von mehreren unterirdischen Gängen durchzogen und besitzt zahlreiche zum Teil ausgebaute Höhlen. Gaztelugatxe hat sich in jüngerer Zeit aufgrund seiner verwunschenen und romantischen Lage zu einem beliebten Ausflugsziel und zur Touristenattraktion entwickelt und gehört zu einem der Top-Spots im Baskenland.

Nach diesem Abstecher zu Fuss folgte noch eine kurze Abfahrt bis nach Bakio zu meinem Etappenort. Es ist ein relativ kleiner Ort mit etwas mehr als 2'500 Einwohnern.










Dienstag, 10. Oktober 2017

Auf den Spuren des Camino de Santiago


8. Etappe:  San Sebastian  -  Lekeitio  =  78 km

Nach meinem Ruhetag in San Sebastian folgte eine tolle aber auch sehr anstrengede Etappe. Im Baskenland geht es nicht flach. Immer rauf und runter... dafür meistens mit einer tollen Aussicht auf die Hügel, Berge und das Meer. Bereits wenige Kilometer nach dem Start folgte der erste Aufstieg des Tages. Es galt den Igeldo (405 m) zu bezwingen. Am morgen war es noch etwas bewölkt, doch schon bald schien wieder die Sonne und man kam so richtig ins Schwitzen.

Heute waren relativ viele Rennradfahrer unterwegs und vor allem sah man auch viele Wanderer mit grossen Rucksäcken. Kein Wunder  -  es hat überall wieder Wegweiser des Jakobweges. Es ist die Nordvariante welche via Santander und Oviedo nach Santiago di Compostela führt. Ich selber fahre ja eigentlich nicht auf dem Jakobsweg, doch gab es heute ein paar Abschnitte, bei welchen ich auf diesem Weg unterwegs war. Und dies waren zum fahren nicht gerade die einfachsten Abschnitte. Naturstrasse, Wanderweg und zum Teil sehr steil. Ich war auf alle Fälle froh, konnte ich dann wieder auf der normalen Strasse meine Tour fortzsetzen.

In Zumaia machte ich meine Mittagspause. Im Gegensatz zur französischen Atlantikküste hat man hier in Spanien immer die Möglichkeit was kleines zu Essen. Der zweite Teil führte dann direkt der Küste entlang. Auf einer total verkehrsarmen Strasse erreichte ich mit einigen Höhenmeter mein Tagesziel Lekeitio. Das Baskenland ist sehr schön zum Radfahren. Wenig Verkehr und tolle Landschaft... aber mit seinen Hügeln auch ziemlich anstrengend. Erstaunlich ist immer wieder wie gross die verschiedenen Ortschaften hier an der Küste sind. Lange kommt nichts und dann wie mein Etappenort Lekeitio ein doch ziemlich grosser Ort.










Montag, 9. Oktober 2017

San Sebastian - die Stadt der Pinchos


Heute blieb das Velo mal im Keller.... oder besser im Zimmer (3. Stock)... :-) Es war ein Erholungstag in San Sebastian angesagt. Und San Sebastian hat ja einiges zu bieten. Die lebendige Stadt liegt an einer Traumbucht umgeben von den Ausläufern der Pyrenäen. Beste baskische Küche und viel Kultur machen die Stadt zu einem tollen Reiseziel im Baskenland. Hier leben etwa 186'000 Leute.

Frühstück gibt es in meinem Guesthouse nicht. So bin ich am Vormittag in die Stadt und habe mich mit Kaffee und Gebäck gestärkt. Nun stand die Stadtbesichtigung auf dem Programm. Ich habe die wichtigsten Sehenwürdigekeiten zu Fuss abmarschiert, Kaffee getrunken, Karten geschrieben, im Buch gelesen und mich von der Radtour erholt. Bei diesem tollen Wetter ist es natürlich schön an der Sonne im Kaffee zu sitzen.

Am Nachmittag ging es zu Fuss noch auf den Monte Urgull. Der Berg ist 88 Meter hoch und eine 12,5 Meter Hohe Christus-Statue dominiert das Stadtbild von San Sebastian.

San Sebastian ist vor allem auch bei den Feinschmeckern sehr beliebt. Die kulinarische Besonderheit sind „Pinchos‟, eine baskische Form der Tapas. So ging mein Tag in San Sebastian sehr schnell vorüber....

Hier noch ein interessanter Bericht über San Sebastian








Sonntag, 8. Oktober 2017

Über den Jaizkibel nach San Sebastian


7. Etappe:  Biarritz  -  San Sebastian  =  73 km

Ein weiterer Höhepunkt meiner Radtour stand heute auf dem Programm. Es galt über den Jaizkibel zu fahren. Doch bevor es soweit, ging es noch ein Stück der französischen Atlantikküste entlang. Heute ware alles unterwegs... sei es zu Fuss, als Jogger, Radfahrer, Motorradfahrer oder natürlich mit dem Auto. Die Küste war sehr belebt und überall hatte es heute viele Leute. Von Biarritz her ging es von Beginn weg auf und ab. Ab hier ist endgültig fertig mit dem flachen Veloweg der Küste entlang. Die Küste ist hier auch ziemlich verbaut. Nicht mit Hotels wie wir es von der Adria in Italien her kennen. Aber fast alle Hänge mit schöner Aussicht sind von Villen überbaut.

Der Grenzübergang nach Spanien ist nichts spektakuläres. Von Hendaye (letzter Ort in Frankreich) geht es über den Fluss Bidasoa und dann ist man gleich in Irun. Man merkt aber sofort das man nicht mehr in Frankreich ist. Die Häuser sind wieder ganz anderes, die Leute ebenfalls und vor allem die Preise in den Restaurants sind auch nicht mehr ganz gleich.

Mit einem Tapas und einem Cappuccino gestärkt (für Euro 3.70) ging es nach Hondarribia. Er begann nun die Steigung zum Jaizkibel (547 m). Der Pass ist zwischen Hondarribia und San Sebastián gelegen, ein Klassiker der Baskenland-Rundfahrt und der Clásica San Sebastián, und verfügt über herrliche Aussicht. Es ist ein leichter Anstieg, 8 km mit 455 Hm ab Hondarribia. Die Aussicht ist wirklich super. Man sieht weit nach Frankreich und auch die viele Berge des Baskenlandes.

Noch schöner als der Aufstieg ist fast die Abfahrt nach Lezo. Mit rasanten Tempo konnte man es so richtig sausen lassen... Dass hat Spass gemacht. San Sebastian war dann nicht mehr weit. Fast alles auf Radwegen konnte ich bis mitten in die Stadt fahren und schon war ich bei meiner Unterkunft, welche mitten in der Altstadt liegt...

Hier mache ich nun meinen Ruhetag und werde als zwei Nächte in San Sebastian bleiben... Und mein Velo schläft im gleichen Zimmer wie ich....  :-)










Samstag, 7. Oktober 2017

Auf in Richtung Baskenland...


6. Etappe:  Vieux-Boucau-les-Bains  -  Biarritz  =  63 km

Am Morgen war es doch mit 8 Grad ziemlich kühl. Doch sobald die Sonne etwas stärker wurde war es fürs Radfahren sehr angenehm. Es stand eine relativ kurze Etappe auf dem Programm. Heute änderte sich nun auch schlagartig die Landschaft. Die unendlichen Kieferwälder waren langsam fertig und die Landschaft wurde offener. Man merkte auch, dass grössere Ortschaften kommen. Der Verkehr nahm deutlich zu und heute waren bei diesem tollen Wetter viele Leute unterwegs. Ich konnte zum Glück fast immer auf einem abgetrennten Veloweg fahren. Und heute führte der Radweg sogar zum ersten Mal über Naturstrasse...

Im Küstenort Hossegor war heute einiges los. Nichts von ausgestorben. Die Polizei musste den Verkehr leiten und es waren unzählige Autos am Strassenrand parkiert. Am Strand fand ein Lauf der französischen Kite-Meisterschaften statt. Viele Leute waren am Strand und in der Fussgängerzone war sogar eine Grossleinwand aufgebaut. Ich schaute dem Treiben bei einem Kaffee etwas zu, bevor ich mich weiter auf meine Reise machte...

Spätestens in Bayonne war man in einem anderen Gebiet. Hier waren heute Samstag viele Leute in der Stadt und die Restaurants waren alle voll. Bayonne wird mit seinen 45'000 Einwohner auch die heimliche Hauptstadt des Baskenlandes bekannt. Das Land der Basken ist zweigeteilt: Rund 230 000 leben in Frankreich., knapp zehn mal mehr in Spanien, und doch fühlen sie sich als eine Nation.

Nach meiner Mittagspause habe ich Bayonne verlassen und mich auf zum Etappenort Biarritz gemacht. Die Küste ist hier mit Hotels und schönen Villen verbaut. Neu ist es hier auch felsig und man hat das Gefühl nicht mehr am gleichen Ort zu sein. Biarritz ist sehr schön und hat einiges zu bieten. Wo einst gekrönte Häupter und Adelige aus ganz Europa flanierten und vor grandioser Felskulisse der Atlantikbrandung lautschten, drängen sich heute Surfer und Golfspieler zwischen Betonkupen und hupenden Autos. So konnte ich einen tollen Abend in Biarritz genissen. Man merkt das Spanien nicht mehr weit ist. Im Restaurant wo ich zu Abend gegessen habe war ein Plakat mit dem Text:  Paris 12 Stunden, Spanien 20 Minuten....