Sonntag, 8. Oktober 2017

Über den Jaizkibel nach San Sebastian


7. Etappe:  Biarritz  -  San Sebastian  =  73 km

Ein weiterer Höhepunkt meiner Radtour stand heute auf dem Programm. Es galt über den Jaizkibel zu fahren. Doch bevor es soweit, ging es noch ein Stück der französischen Atlantikküste entlang. Heute ware alles unterwegs... sei es zu Fuss, als Jogger, Radfahrer, Motorradfahrer oder natürlich mit dem Auto. Die Küste war sehr belebt und überall hatte es heute viele Leute. Von Biarritz her ging es von Beginn weg auf und ab. Ab hier ist endgültig fertig mit dem flachen Veloweg der Küste entlang. Die Küste ist hier auch ziemlich verbaut. Nicht mit Hotels wie wir es von der Adria in Italien her kennen. Aber fast alle Hänge mit schöner Aussicht sind von Villen überbaut.

Der Grenzübergang nach Spanien ist nichts spektakuläres. Von Hendaye (letzter Ort in Frankreich) geht es über den Fluss Bidasoa und dann ist man gleich in Irun. Man merkt aber sofort das man nicht mehr in Frankreich ist. Die Häuser sind wieder ganz anderes, die Leute ebenfalls und vor allem die Preise in den Restaurants sind auch nicht mehr ganz gleich.

Mit einem Tapas und einem Cappuccino gestärkt (für Euro 3.70) ging es nach Hondarribia. Er begann nun die Steigung zum Jaizkibel (547 m). Der Pass ist zwischen Hondarribia und San Sebastián gelegen, ein Klassiker der Baskenland-Rundfahrt und der Clásica San Sebastián, und verfügt über herrliche Aussicht. Es ist ein leichter Anstieg, 8 km mit 455 Hm ab Hondarribia. Die Aussicht ist wirklich super. Man sieht weit nach Frankreich und auch die viele Berge des Baskenlandes.

Noch schöner als der Aufstieg ist fast die Abfahrt nach Lezo. Mit rasanten Tempo konnte man es so richtig sausen lassen... Dass hat Spass gemacht. San Sebastian war dann nicht mehr weit. Fast alles auf Radwegen konnte ich bis mitten in die Stadt fahren und schon war ich bei meiner Unterkunft, welche mitten in der Altstadt liegt...

Hier mache ich nun meinen Ruhetag und werde als zwei Nächte in San Sebastian bleiben... Und mein Velo schläft im gleichen Zimmer wie ich....  :-)










Samstag, 7. Oktober 2017

Auf in Richtung Baskenland...


6. Etappe:  Vieux-Boucau-les-Bains  -  Biarritz  =  63 km

Am Morgen war es doch mit 8 Grad ziemlich kühl. Doch sobald die Sonne etwas stärker wurde war es fürs Radfahren sehr angenehm. Es stand eine relativ kurze Etappe auf dem Programm. Heute änderte sich nun auch schlagartig die Landschaft. Die unendlichen Kieferwälder waren langsam fertig und die Landschaft wurde offener. Man merkte auch, dass grössere Ortschaften kommen. Der Verkehr nahm deutlich zu und heute waren bei diesem tollen Wetter viele Leute unterwegs. Ich konnte zum Glück fast immer auf einem abgetrennten Veloweg fahren. Und heute führte der Radweg sogar zum ersten Mal über Naturstrasse...

Im Küstenort Hossegor war heute einiges los. Nichts von ausgestorben. Die Polizei musste den Verkehr leiten und es waren unzählige Autos am Strassenrand parkiert. Am Strand fand ein Lauf der französischen Kite-Meisterschaften statt. Viele Leute waren am Strand und in der Fussgängerzone war sogar eine Grossleinwand aufgebaut. Ich schaute dem Treiben bei einem Kaffee etwas zu, bevor ich mich weiter auf meine Reise machte...

Spätestens in Bayonne war man in einem anderen Gebiet. Hier waren heute Samstag viele Leute in der Stadt und die Restaurants waren alle voll. Bayonne wird mit seinen 45'000 Einwohner auch die heimliche Hauptstadt des Baskenlandes bekannt. Das Land der Basken ist zweigeteilt: Rund 230 000 leben in Frankreich., knapp zehn mal mehr in Spanien, und doch fühlen sie sich als eine Nation.

Nach meiner Mittagspause habe ich Bayonne verlassen und mich auf zum Etappenort Biarritz gemacht. Die Küste ist hier mit Hotels und schönen Villen verbaut. Neu ist es hier auch felsig und man hat das Gefühl nicht mehr am gleichen Ort zu sein. Biarritz ist sehr schön und hat einiges zu bieten. Wo einst gekrönte Häupter und Adelige aus ganz Europa flanierten und vor grandioser Felskulisse der Atlantikbrandung lautschten, drängen sich heute Surfer und Golfspieler zwischen Betonkupen und hupenden Autos. So konnte ich einen tollen Abend in Biarritz genissen. Man merkt das Spanien nicht mehr weit ist. Im Restaurant wo ich zu Abend gegessen habe war ein Plakat mit dem Text:  Paris 12 Stunden, Spanien 20 Minuten....









Freitag, 6. Oktober 2017

Silberküste und Kiefernwälder


5. Etappe:  Mimizan-Plage  -  Vieux-Boucau-les-Bains  =  64 km

In der Nacht hat es ein wenig geregnet und auch am Morgen tropfte es noch etwas vom Himmel. So ging es Beginn gleich ins Kaffee. Gemäss Wetterbericht sollte es schon bald aber trocken und sonnig werden. Die Route führte mich heute Richtung Süden immer am Atlantik entlang. Nur das Wasser sah man fast nie.... Fast die gesamte Strecke führte über einen Radweg durch Kieferwälder. Hier war es meistens noch etwas nass. Es ist zwar sehr schöne zu fahren, doch man ist hier ziemlich einsam unterwegs.

Heute habe ich einen jüngeren deutschen Radfahrer getroffen. Er ist vor einem Monat in Bremen abgefahren und will nun Richtung Süden. Wohin und wie weit genau weiss er noch nicht. Je nach Budget, Lust und Laune... ist doch ne tolle Sache!

Wie bereits geschrieben ging es heute vorwiegend durch Kieferwälder. Früher war in dieser Gegend nur eine anspruchslose Vegetation. Die Wälder wurden bis zum Jahr 1867 durch die Menschen gepflanzt. Heute erstreckt sich zwischen der Girondemündung und dem Basklenlad La Pinhada, das mit 950 000 ha grösste zusammenhängende Waldgebiet in Frankreich.

Wollte man den Atlantik sehen musste man zu einem der zahlreichen Campingplätze, welche am Ufer zu finden sind. Die meisten sind aber bereits geschlossen.... Umso schöner war aber der Strand und die Atlantikküste in meinem Zielort Vieux-Boucau-les-Bain. Dieser Badeort hat viel zu bieten, doch auch hier ist natürlich nicht mehr Saison.

Mein Route führte vorwiegend über den Euroveloweg 1, welcher vom Nordkap in Norwegen bis nach Sagres in Portugal geht. In Frankreich ist diese Route fast durchgehend beschildert. Hier gibt es weitere Infos zum Euroveloweg 1. Und wenn man am Atlanik steht sieht man in weiter Ferne bereits die ersten Berge des Baskenlandes....








Donnerstag, 5. Oktober 2017

Düne von Pilat


4. Etappe:  La Teste-de-Buch - Mimizan-Plage  =  95 km

Mit dem Besuch der Düne von Pilat stand einer der Höhepunkte meiner Radtour von Bordeaux nach Bilbao auf dem Programm. Nach dem Start ging es zuerst durch den Ort Arcachon. Dieser Ort ist immer Sommer sehr beliebt und wird von vielen Touristen besucht. Mein Radweg führte der langen Uferpromenade entlang. Eine kurze Steigung und schon war ich beim Besucherzentrum der Düne von Pilat. Dieses Naturwunder wird pro Jahr von über einer Million Menschen besucht.

Wie ein Schutzwall liegt die gewaltige Wanderdüne 8 km südlich von Arcachon zwischen Meer und Kiefernwald. Mit ihren 114 m Höhe ist sie die höchste Düne Europas. Etwa 3 km misst sie in der Länge und ist an ihrer Basis 500 m breit. Hier gibt es weitere Informationen zur Düne.

Natürlich bin auch ich die Treppe hoch und auf die Düne gestiegen. Die Aussicht ist einmalig und die Dimension der Düne wird einem erst oben so richtig bewusst. Wirklich ein Besuch wert!

Nach diesem Abstecher zu Fuss in den Sand ging es mit dem Fahrrad weiter. Es standen heute ja noch einige Kilometer auf dem Programm. Heute gab es sogar ein paar kleine Steigungen. Da am Meer Militärzone ist führte meine Route ein wenig ins Hinterland. Hier gibt es zahlreiche Seen, welche mit Kanälen miteinander verbunden sind. Auch an den Seen gibt es schöne Strände zum Baden. Erneut war das Wetter super und mit Temperaturen über 20 Grad wirklich ideal zum radfahren.

Nach fast 100 km habe ich mein Etappenort Mimizan-Plage erreicht. In diesen Ortschaften merkt man gut das nicht mehr Saison ist. Die meisten Camping-Plätze sind geschlossen und auch von den vielen Restaurant haben nur noch einige geöffnet. Macht aber gar nichts und man findet immer einen Ort, wo man den Abend noch ausklingen kann...








Mittwoch, 4. Oktober 2017

Abstecher nach Cap Ferret

3. Etappe:  Lacanau Océan  -  La Teste-de-Buch  =  114 km

Heute ging es zum ersten Mal den Atlantik entlang. Doch gesehen habe ich das mehr fast nie... Der Radsweg ging fast die ganze Zeit durch den Kieferwald oder ich war hinter einer Düne, so dass man das Wasser gar nie zu Gesicht bekam. Das Wetter war wieder super und so kam ich recht zügig voran. Deshalb entschied ich mich noch einen kleinen Abstecher nach Cap Ferret zu machen. Von hier aus sieht man super auf die Düne von Pilat auf der anderen Seite des Bassin Arcachon.

Nach diesem Abstecher ging es wieder zurück auf meine geplante Route. Es galt das Bassin Arcachon zu umrunden. Das Bassin Arcachon bildet die einzige Unterbrechung in der ansonsten schnurgeraden Küstenline von der Girondemündung bis zu den Pyrenäen. Hier werden viele Austern gezüchtet und man findet sie in fast jedem Restaurant auf der Speisekarte.

Der zweite Teil führte wieder über einen Radweg, der früher mal ein Eisenbahntrasse war. Das hat Vor- und Nachteile. Es gibt keine Steigungen und man kommt gut voran. Der Nachteil ist aber, dass diese Strecken oft sehr lange geraden haben und daher doch ein wenig eintönig sind. Und in Frankreich führte wohl früher die Eisenbahn ganz neben den Dörfern durch. So war es gar nicht so einfach heute sich mal zu verpflegen und wieder zu stärken. Die letzten Kilometer war dann deutlich mehr Verkehr, doch konnte ich auf einem abgetrennten Radweg fast bis zum Hotel fahren.

La Teste-de-Buch ist nicht gerade die schöneste Ortschaft. Sie liegt aber auf meiner Tour gerade gut und morgen geht es ja weiter zur Düne von Pilat... Die heutige Etappe wurde infolge meines Abstechers doch deutlich länger als geplant....